|
Feen und Zwerge |
||
![]() Helga Margareta Gellinger |
||
|
|
|
|
![]() |
||
|
Zwerg Ritziputz stolpert
über seine eigenen Füße und trollt zur
Nachbarhöhle,poltert laut an die Fensterläden und schreit:
„Nieswurz, schläfst du noch? Es ist Zeit, dass du
aufstehst!“ „Lass mich doch in Ruhe, du alter
Poltergeist!“, ruft Nieswurz verärgert und streckt
dabei seine Knollennase aus einer Luke um zu
schnüffeln, welches Wetter heute der Himmel schickt.
Zufrieden meint er dann: „Es wird ein sonniger Tag
werden, was schlägst du vor, was wir tun können?“ |
||
![]() |
||
|
Dann werden wir heute viele Knäuel
mit wunderbaren Silberfäden
herbeizaubern können!“ Beide Zwerge pusten kräftig
um sich, die Schleier fallen und die Sonne
strömt in alle Ritzen und Winkel, jeder
Baum und Stein flackert nun im goldgelben
Licht des Herbstmorgens. |
||
![]() |
||
|
Lilith scheint heute mit dem
verkehrten Fuß aufgestanden zu sein und
reagiert verärgert. Sie wechselt von ihrer
Singstimme zum aufgebrachten Ton über:
„Du machst, was ich dir befehle, aus Basta!“ „Also
gut, ich bin ja schon dabei!“, ruft die kleine Fee und
reißt ein Büschel glänzender Butterblätter ab. |
||
![]() |
||
|
Ritziputz und Nieswurz
nehmen auch an der großen Tafel Platz und
lästern über den bitteren Tee,
daraufhin reicht Lilith das
Honigschälchen den beiden zu. Nieswurz grapscht
ungeschickt danach und der Honig fließt über
den Tisch. Lilith beherrscht sich, ohne
zu murren. Sie nimmt ihr strohblondes Haar und
wischt damit den Tisch ab. Dann erhebt sie sich,
schreitet erhobenen Hauptes zum Teich und wäscht sich
von Kopf bis Fuß mit Honig und Seifenkraut.
Unterdessen löst sich auch die Frühstückstafel auf
und jeder verrichtet seine
Arbeit. Beflissen und flink sammeln die Feen die
ersten Silberhaare ein und reichen diese an die
beiden Zwerge weiter. Nieswurz klebt eifrig mit
seinem Speichel die Fäden zusammen und die Feen
wickeln und rollen die Haare zu Knäueln auf. |
||
![]() |
||
|
Mit dem Henkelkörbchen am Arm
sammelt Lilith die Knäuel ein, freut sich über die große Menge und
zählt diese. Dann verkündet sie: „Wenn wir
nur noch ein bis zwei Knäuel mehr haben
werden, würde jede Elfe und Fee ein Tuch
gewebt bekommen. Rechnen wir noch das Wollgras dazu,
wenn es gesponnen sein wird,
dann gibt es außerdem auch noch weiße Mützen und Handschuhe. |
||
![]() |
||
|
Auch können wir unseren
Zwergen neue, rote Zipfelmützen stricken. Das
Spinnrad wird surren, die Stricknadeln klappern und
das Webschiffchen hin und her flitzen. Julia wird die
schönsten Farben mischen und rote Holunderbeeren
pflücken. Leonie, du suchst nach grünen
Nussschalen und Kastanien, dann brauchen wir noch
ockerfarbenes Eichenlaub. Wer möchte
Schlehenfrüchte ernten, wer hat die flinksten
Finger, um nicht von den Dornen gestochen zu werden?“
Amelie murmelt in ihren Bart: „Hab keine Lust
etwas zu arbeiten, ich möchte faulenzen, aber frieren
will ich auch nicht! Wer hat sich bloß die
Arbeit ausgedacht?“ |
||
![]() |
||